Fischzucht Österreich
Heinrich Holler, Fischereimeister

Gut Hornegg ist ein unbesiedelter Fleck Natur inmitten der steirischen Hügellandschaft.

Philosophie
Unsere Familie ist seit 1937 im Besitz von Hornegg. In diesem Jahr kaufte unsere Urgroßmutter, Martha Brigl, das Schloss mit dem dazugehörigen Gutshof vom damaligen Generaldirektor der Burgenländischen Elektrizitätswerke, Ing. Heinrich Birthelmer.
Mitte der 60-er Jahre begannen unsere Eltern mit dem Aufbau der Teichwirtschaft und konnten dabei noch auf einige wenige Teiche, die aus dem Mittelalter erhalten geblieben waren, zurückgreifen.
Der großen Naturliebe unserer Eltern und ihrem Verständnis für kleine Strukturen ist der eindrucksvolle Charakter der Hornegger Kulturlandschaft zu verdanken.


Unsere Aufmerksamkeit gilt dem Leben in einer intakten Natur, unsere Neugierde der kulturellen Vielfalt.


Geschichte
Das heutige Schloss Hornegg geht auf eine mittelalterliche Wehranlage zurück, die erstmals 1230 erwähnt wird. Das Geschlecht der Hornecker war wohl als Lehensherren im Auftrag des Erzbistums Salzburg ins Land gekommen, erbaute aber die Burg auf eigenem Grund und verfügte zudem über Besitzungen im Raabtal, im Sausal und im Grazer Feld. Auf der Burg drängten sich zeitweise bis zu sechs Familien des Geschlechts in nur wenigen Räumen zusammen. Da der Besitz durch Erbteilungen und fromme Stiftungen schließlich stark abnahm, verkauften die Hornecker 1373 die Burg an die Saurauer.

Während des folgenden Jahrhunderts arbeiteten die Saurauer unablässig am Ausbau des Herrschaftsbesitzes. Sie betrieben eine Mühle, unterhielten Weingärten und aus den zahlreichen Fischteichen wurde nicht nur der eigene Bedarf gedeckt, sondern später auch das Stift Stainz mit Fischen beliefert. Schließlich konnten die Saurauer die alte Feste zu einem großzügigen Renaissanceschloss ausbauen. 1603 wurde das Schloss neuerdings verkauft. Frau Anna Maria Watzlerin erstand es von Wolf von Saurau.
Nun wechselten die Eigentümer recht häufig. Unter ihnen befanden sich Vertreter bekannter steirischer Adelsfamilien sowie das Augustiner Chorherrenstift Stainz.

Schließlich erwarb 1875 der Eisenbahningenieur Daniel von Lapp den Besitz, modernisierte das Schloss und baute den Besitz zu einem Mustergut mit zahlreichen Wirtschaftsgebäuden aus. Auf dem Gutshof befanden sich neben den Stallungen und Tennen auch eine Wagenremise, ein Eiskeller sowie Werkstätten für Hufschmied, Tischler und Wagner. Auch Wohnungen, für die Menschen, die am Hof arbeiteten waren hier eingerichtet. Gut Hornegg funktionierte bereits damals als kleine, autonome gesellschaftliche Einheit. Das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Wirken Lapps – er hatte u. a. die Bahnlinie Schwanberg–Wies errichtet und war ein großer Förderer der Schulen – brachte ihm 1886 die Predinger Ehrenbürgerschaft ein. Bekannt war Lapp vor allem für seine Errungenschaften auf dem Gebiet der Technik und der Industrie (Bohrung des Arlbergtunnels, erste steirische Brikettfabrik in Buchberg bei Cilli etc.). Daniel von Lapp war ein durch und durch moderner und fortschrittlicher Mensch, von dessen Geist der Gutshof heute noch geprägt ist.