Veit Königer
Veit Königer
Veit Königer
 
 

Der berühmte, aus Sexten stammende Barockbildhauer hat eine dynamische Figurengruppe geschaffen, die heute im Schlosspark von Hornegg aufgestellt ist. Maria, Jesuskind und Johannes wurden im Spätsommer 2008 restauriert.


Veit Königer

Geboren in Sexten Südtirol 1729, gestorben in Graz 1792. Er studierte an der Akademie der bildenden Künste in Wien. Um 1755 ging er nach Graz, um in die Bildhauerwerkstätte von Josef Schokotnigg einzutreten. 1756 heiratete er Elisabeth, die Tochter des Meisters und übernahm die Werkstatt.
Veit Königer bewegte sich „am Puls der Zeit“ und wurde bald zu einem der meistbeschäftigten Künstler des Spätbarock in der Steiermark, arbeitete aber auch für das Kaiserhaus in Wien. Mitunter unterstützten bis zu neun Gehilfen seine Arbeit. Seine Auftraggeber waren insbesondere aus kirchlichen Kreisen, wofür die Ausstattung zahlreicher Kirchen und Kapellen beredtes Zeugnis ablegen. Sein Werk ist in einem Atemzug mit jenem Josef Stammels und Philipp Jakob Straubs zu nennen und gehört somit zum Bedeutendsten, was die sakrale, barocke Bildhauerkunst in der Steiermark hervorgebracht hat.


Maria mit dem Kinde und Johannesknaben,
um 1770, Aflenzer Sandstein
Figurengruppe im Schlosspark Hornegg

Die Figurengruppe, die durch ihre Geschlossenheit einen besonders innigen Moment festhält, ist im Zusammenhang mit Veit Königers Schaffen für die Augustiner Chorherren in der Stiftskirche Stainz zu sehen. Hornegg gehörte bis 1785 zu den Besitzungen der Chorherren, die sich mehrmals jährlich zur „Recreation“ dorthin begaben. Dies geht aus den Hornegger Verwaltungsrechnungen hervor. Es gibt kein Zeugnis dafür, wann und warum die Mariengruppe im Schlosspark Aufstellung gefunden hat, jedoch ist anzunehmen, dass es sich um ein Auftragswerk der Stainzer Pröpste für ihr Refugium handelt. Nachdem es sich um eine Steinplastik handelt, war wohl von jeher eine Aufstellung im Freien geplant.


In der nächsten Umgebung befinden sich zahlreiche Werke Veit Königers

Hochaltar der Wallfahrtskirche St. Veit am Vogau, nach 1756 (mit J. Schokotnigg)
Hochaltar der Pfarrkirche St. Andrä-Höch, 1758
Hochaltar der Pfarrkirche St. Johann im Saggautal, 1765
Kreuzaltar der Pfarrkirche Stainz, um 1770
Der Herkulesbrunnen (1764) im Grazer Domherrenhof, Bürgergasse 1 ist als weitere Steinplastik des barocken Meisters erhalten. Auch die Portalanlage des Hauses Bürgergasse 1 mit ihrer Figurenbekrönung stammt aus der Hand Veit Königers.